Die Band

Seit 2012 ist die Band mit Namen Bendorim auf den Bühnen unterwegs, Nachfolgerin von Les Mélotrices, beide von Dela Hüttner gegründet. Sie singen rar und weniger rar gesungene "lieder in yiddish" und Neukompositionen. Ihre Musik ist eine Mischung aus Klezmer, Worldmusic, Folk und Swing.

בנדורים

Der Name:

ben-dor(Zeitgenosse) und klezmorim (Musikanten) ergeben bendorim

Bendorim wandeln sich und spielen zurzeit in folgender Besetzung:

Dela Hüttner, Gesang

Adrian Mira, Klarinette

Sergej Simbirev, Akkordeon

Mischa Frey, Bass

Special Guest in Flims: Noam Szyfer, Gitarre

Die Programme

2007 "in hartsn brent a fajer"

2009 "gej ich mir schpazirn"

2012 "dos lebn is a lidl"

2014 "gelibte mayne"

2017 "un dos glik"

bis 2019 mit Jürg Luchsinger,

bis 2020 mit Karin Meier, Stefanie Kunckler 

Das aktuelle Programm: un dos glik

Bendorim legen ihren Schwerpunkt auf die Frauen: üppige Lyrics von Molly Picon, die nicht nur die berühmteste Darstellerin des Yiddish Theatre war, sondern auch als eine der Ersten ihre Musicaltexte selbst schrieb. Oder die schlichten Lieder aus jüngster Zeit der Songwriterin Chava Alberstein. Zudem gibt es die wunderbar swingigen Songs der Barry Sisters und nicht zuletzt erklingen Neukompositionen im Stile des "Vocal Klezmer", in wunderbar ungeraden Taktarten. Musik, die berührt und vibriert!

Warmherzig, mit Witz, Anekdoten und Zwischentexte machen das Programm gut verständlich.

Hintergrund

Die Leichtigkeit, der Witz und die philosophische Klugheit dieser Lieder bezaubern Bendorim mit ihrem Charme. Viele haben soziale oder auch politische Aussagen und beinhalten oft die Sehnsucht nach einem besseren Leben.

Die teilweise sehr alten Melodien wurden von osteuropäischen Auswanderern nach New York gebracht. Um die Wende zum 20. Jahrhunder fand die jiddische Musik auch den Weg zum Broadway. In Musicals, Operetten, Shows, im Jazz tauchten immer mehr Worte, Rhythmen und Melodien aus dieser Kultur auf. Benny Goodman baute in seine Konzerte überraschend ein Klezmer-Solo ein, und auch Cab Calloway liess sich von der jiddischen Volksmusik inspirieren.

Umgekehrt liessen Komponisten wie Sholom Secunda oder Abraham Ellstein - Mitbegründer des Yiddish Theatre Broadway - Amerikanisches ins Jiddische einfliessen. In dieser Blütezeit war dieser neue Mix so populär, dass monatelange, weltweite Tourneen (auch nach Europa) organisiert wurden. "Global" war schon damals.

Dank dem Yiddish Broadway Theatre konnten Frauen aus dem traditionellen Rollenbild ausbrechen, sie schrieben eigene Songtexte oder wurden gar Impresarias.

Das Jiddisch lebt weiter. Starke Gedichte von Celia Dropkin oder Rosa Lebensboym warten darauf, vertont zu werden, der zürcherisch-kanadische Übersetzer und Lyriker Rafaël Newman schrieb extra für Bendorim Gedichte, die von uns vertont werden. 

"Jiddisch hat für Macht, Strategie, Politik ganz wenige Wörter, weil sie nie in der Regierung war. Für Natur gibt es wenige Wörter, aber dreimal so viel wie im Deutschen für zwischenmenschliche Beziehungen."

peggy lukac, glbt-news

Dela Hüttner

Nach dem Studium für klassischen Gesang (Lehrdiplom SMPV) Chorleitung C an der Zürcher Hochschule der Künste, CAS Performance Jazz an der ZHdK, CAS Popgesang an der Hochschule der Künste Bern. Sie unterrichtet an Musikschule Konservatorium Zürich mkz, leitet die Chöre Singfrauen Männedorf und den Phil-Ron-Chor Zürich. Sie ist freischaffende Sängerin im Bereich Jazz und World und singt mit ihrem eigenen Quartett SwingThing (Debut Album "Under The Sky's Blaze" 2019). www.delahuettner.com

Adrian Mira

Klarinettist/Saxofonist und Komponist. Klassik-Studium mit Lehrdiplom an der Hochschule für Musik in Winterthur, Nachdiplom an der Jazzschule Zürich. Lebte und arbeitete in New York City (2004-2014), spielte in Musicals, Jazz und Kammermusik. Unterrichtete in Manhattan, Bronx, Brooklyn an öffentlichen und privaten Schulen. Seit seiner Rückkehr zahlreiche Konzerte sowie Unterrichtstätigkeit in Solothurn und Zürich, Einzelunterricht und Bläserklassen. Diverse CD-Einspielungen, darunter seine beiden Albend "Acoustic Journeys" in New York sowie "Spotlight" in der Schweiz.

www.adrianmira.com

Sergej Simbirev

Geboren in der Ukraine, aufgewachsen in Moskau. Lehrdiplom am Moskauer Musikcollege "Oktoberrevolution", Studium bei Prof. N. Gribkov am Konservatorium in Saratov, Diplom der Konzertreife und Lehrdiplom an der Musikhochschule "A. Schnittke" in Moskau bei Prof. A. Ledenev. Als Mitglied der "Timbre Russian Accordions Group" Konzerte in Europa und in Russland, erhielt er diverse internationale Preise. Seit 1996 wohnhaft in der Schweiz. Tätig als musikalischer Leiter in Theaterproduktionen, freischaffender Musiker, Arrangeur und Komponist. Lehrauftrag in den Musikschulen Zug, Cham und Hünenberg. Zahlreiche Radio-, Fernseh- und CD-Aufnahmen.

Mischa Frey

*1991 geboren in Baden kam über die Gitarre und E-Bass schliesslich zum Kontrabass. Ab 2012 studierte er an der ZHdK Jazz Kontrabass, wo er u.a. bei Dominique Girod, Christian Weber, Rätus Fliesch und Chris Wiesendanger Unterricht hatte. Er arbeitete und spielt als Bassist und Sideman in diversen Projekten und Formationen wie dem Konrad Bogen Trio, Lucerne Jazz Orchestra, Fraktal, Bernadett, Ulrich/Gross/Frey, Jessica Cadau Quartett/Oktett und Elian Zeitel.